MMI OntoDrug AMTS: Fallbeispiele

Hier finden Sie Fallbeispiele aus dem Praxis-Alltag zur Nutzung der verschiedenen Funktionen unserer Software-Lösung OntoDrug® AMTS.

Interaktionen

Patient:

Ein 41-jähriger Mann mit einem Anfall von Gichtarthritis im Großgrundzehengelenk stellt sich im Nachtdienst einer Notfallambulanz vor. Der Notarzt verordnet zur akuten Schmerzlinderung Novalgin Tropfen und ein Coxib, weil der Patient letzteres schon häufiger im Zusammenhang mit arthritischen Beschwerden von Hausarzt bekommen hat.

Medikation:

Der Notarzt verordnet Novalgin Tropfen und Arcoxia 90mg Filmtabletten.

OntoDrug® AMTS

Jede verordnete Kombination von Medikamenten wird auf Interaktionen geprüft. Die Prüfung erfolgt auf Basis der Interaktionsdatenbank von MIMS Drug Information System 2015 Medica Ltd.. Das System generiert in diesem Fall eine Meldung über eine Interaktion zwischen Novalgin Tropfen und Arcoxia 90mg Filmtabletten. In den Details dieser Meldung wird der Wahrscheinlichkeitsgrad der Interaktion sowie Hinweise über die zwingende Notwendigkeit der Vermeidung oder Maßnahmen angegeben, falls eine Kombination unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem eingesetzt werden kann.

Verordnung:

Aufgrund der Interaktionsmeldung in OntoDrug® AMTS klärt der Notarzt den Patienten darüber auf, dass die Kombination von Novalgin mit Arcoxia Magenprobleme auslösen könne. Der Patient ist sehr dankbar für diese Information, da er häufig unter Reflux und anderen Magenbeschwerden leidet. Der Notarzt verordnet nur Novalgin Tropfen.

Doppelmedikation

Patient:

Einer 60-jährigen Patientin gehen während einer Reha-Maßnahme ihre Dauermedikamente aus, die sie sonst von ihrem Neurologen bekommt. Dabei handelt es sich um Tavor und ein Bromazepam-Präparat.

Medikation:

Der Arzt verordnet Tavor 1,0 sowie Bromazepam 6 neuraxpharm.

OntoDrug® AMTS:

Jede Kombination von Medikamenten wird auf Doppelmedikationen geprüft. Diese Prüfung beruht auf Daten der MMI Pharmindex-Datenbank. In diesem Fall generiert das System eine Meldung, dass bei Bromazepam und Tavor eine Doppelverordnung vorliegt. In den Details der Meldung wird aufgezeigt, dass sowohl Bromazepam als auch das Lorazepampräparat Tavor zu einer sehr ähnlichen Benzodiazepingruppe gehören.

Verordnung:

Aufgrund der Meldung aus OntoDrug® AMTS fragt der Arzt bei dem Neurologen der Patientin nach. Der Facharzt bestätigt die Verordnung. Er verordne dieser Patientin bewusst zur Nacht eine Tablette Tavor und für den Tag Bromazepam 6 mg einzunehmen, in niedriger Dosierung, mehrmals über den Tag verteilt. Der Arzt rezeptiert die beiden Medikamente.

Allergie

Patient:

Ein 50-jähriger Patient mit einer ausgeprägten allergischen Diathese, mit Analgetika-Intoleranz, Cephalosporin-Allergie und Nickelkontakt-Allergie, wird wegen einer akuten Zahnwurzelentzündung behandelt. Bewusst wählt der Zahnarzt kein Cephalosporin zur Behandlung der Pulpitis aus, da er hier eine allergische Reaktion bei seinem Patienten erwartet. Stattdessen verordnet er ein klassisches Penicillinpräparat.

Medikation:

Der Zahnarzt verordnet Penicillin V 1,5 Mega Filmtabletten.

Allergieliste:

Cephalosporin-Allergie

OntoDrug® AMTS:

Bei Allergiepatienten wird jede Verordnung auf Allergien und Kreuzallergien geprüft. Diese Prüfung erfolgt auf Basis der Allergiedatenbank von MIMS Drug Information System 2015. In diesem Fall wird eine Allergie zwischen dem Penicillinpräparat und Cephalosporinen ermittelt. In den Details dieser Meldung wird deutlich, dass es sich hierbei um eine Kreuzallergie handelt.

Verordnung:

Aufgrund der Angaben in OntoDrug® AMTS entscheidet sich der Arzt für die Gabe eines Makrolid-Antibiotikums anstelle eines Penicillins oder eines Cephalosporins.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz

Patient:

Bei einer 64-jährigen Patientin wird durch den Internisten eine akute Varizella-Zoster-Infektion festgestellt, die durch den Kontakt zu ihrem an Windpocken erkrankten 1jährigen Enkelsohn ausgelöst wurde.

Medikation:

Der Internist der Patientin verordnet Aciclovir 400mg in Tablettenform.

Patientendokumentation:

Die Patientin wiegt 53 kg und leidet unter einer chronischen Niereninsuffizienz Stadium IV, dokumentiert durch die Diagnose N18.4 sowie durch den Serumkreatininwert (250μmol/L) aus der letzten Laboruntersuchung.

OntoDrug® AMTS:

Jede Verordnung bei niereninsuffizienten Patienten wird auf die Notwendigkeit einer Dosisanpassung geprüft und anschließend das Ausmaß der Dosisreduzierung berechnet. Die Prüfung und die Berechnung erfolgen auf Basis der Kinetikdaten Documed Basel (Schweiz). Das System generiert in diesem Fall eine Meldung, dass eine Dosisanpassung für Aciclovir 400 notwendig ist. In den Details dieser Meldung wird eine Dosisminderung auf 25% der Dosierung bei nierengesunden Patienten empfohlen.

Verordnung:

Aufgrund der Berechnung aus OntoDrug® AMTS erhält der Arzt die angepasste Dosierungsinformation. Die Patientin soll 5mal täglich 1/2 Tablette statt 5mal täglich 2 Tabletten Aciclovir 400mg einnehmen.

Kontraindikation (Krankheit, Wirkstoff)

Patient:

Ein 59-jähriger Patient, Handwerker, wird mit täglich wiederkehrenden asthmatischen Beschwerden bei seinem Hausarzt vorstellig. In den letzten Monaten und Jahren hatte der Patient zwar keine Asthmabeschwerden, in seiner Anamnese sind jedoch mehrere Erkrankungen mit allergischem Ursprung aufgeführt, u. a. auch Asthma.

Der Arzt informiert sich, seit wann das Bronchialasthma bestehe und ob es einen Zusammenhang mit neuen Medikamenten oder neuen Chemikalien oder Ähnlichem am Arbeitsplatz geben könne. Der Patient berichtet von etwa 14 Tagen Beschwerden, meint jedoch: „Die neuen Augentropfen, Arutimol, bekomme ich zwar etwa auch so lange, aber diese können es doch bestimmt nicht sein, Augentropfen haben doch bestimmt keine Nebenwirkungen?“

Medikation:

Der Hausarzt vermerkt Arutimol 0,5% Augentropfen in der Patientenakte und fügt den Vermerk „Ophtalmologe“ hinzu.

Patientendokumentation:

Der Arzt trägt die Diagnose „J 45.9 Asthma“ in die Kartei ein.

OntoDrug® AMTS:

Jedes Medikament wird daraufhin geprüft, ob für eine dokumentierte Diagnose eine Kontraindikation besteht. Diese Prüfung basiert auf der MMI-Fachinformations-Datenbank, in welcher die Inhalte in den Abschnitten „Gegenanzeigen“ und „Warnhinweise“ untersucht werden.

In diesem Fall generiert das System eine Meldung, dass „J 45. 9 Asthma“ eine Kontraindikation für die timololhaltigen Augentropfen des Patienten darstellt. In den Details der Meldung wird aufgezeigt, dass dieser Hinweis aus dem Abschnitt „4.3 Gegenanzeigen“ von Arutimol 0,5% resultiert und auf der Angabe „bestehendes oder bekanntes Bronchialasthma“ beruht.

Verordnung:

Auf Grundlage der Meldung aus OntoDrug® AMTS erklärt der Arzt dem Patienten die Situation, dass die neuen Augentropfen möglicherweise eine Gegenanzeige darstellen. Er rät dem Patienten, den Augenarzt so schnell wie möglich erneut aufzusuchen, da man versuchen müsse, die asthmatischen Beschwerden des Patienten durch einen Medikamentenwechsel bei den Augentropfen zu lindern. Weiterhin schreibt der Arzt ein Betamethasonspray für eine kurzzeitige Anwendung bis zum Augenarzttermin auf.

Kontraindikation (Dosierung, Alter)

Patient:

Ein knapp 1-jähriger Junge wird am Wochenende mit Fieber und juckendem, nesselsuchtartigen Ausschlag beim ärztlichen Notdienst vorgestellt. Mehrere Kinder aus der Kindertagesstätte des Jungen sind an Windpocken erkrankt.

Medikation:

Der diensthabende Notarzt rezeptiert eine zinkhaltige Lotion, um den Hautausschlag des Kindes zu lindern. Gegen Fieber und die Abgeschlagenheit des Jungen verordnet der Arzt Ibuprofen-ratiopharm 4% Fiebersaft für Kinder.

Patientendokumentation:

Das Alter des Jungen ist durch das Geburtsdatum dokumentiert.

OntoDrug® AMTS:

Jede Verordnung bei Kindern unter 18 Jahren wird auf Kontraindikationen bzw. Warnhinweise geprüft. Die Prüfung erfolgt auf Basis der Fachinformation. Das System generiert in diesem Fall eine Meldung, dass der 4%ige Ibuprofensaft für Kinder unter 1 Jahr nicht geeignet ist. In den Details dieser Meldung wird der Fachinformationstext des Saftes gezeigt und der relevante Wortlaut aus der Gegenanzeige des Medikamentes farblich gekennzeichnet: „Bei Kindern unter 10 kg (1 Jahr) kontraindiziert, da diese Dosisstärke aufgrund des höheren Wirkstoffgehaltes nicht geeignet ist“.

Verordnung:

Aufgrund der Meldung aus OntoDrug® AMTS verordnet der ärztliche Notdienst den altersgerechten 2%igen Ibuprofensaft, anstelle des zu hoch dosierten 4%igen Saftes.

PRISCUS-Liste

Patient:

Ein 70-jähriger Klinikpatient mit postoperativen Schmerzen nach einer Hüftoperation fragt nach, ob man ihm Dolantin Tropfen verordnen könne. Dieses Medikament hätte ihm nach seiner ersten Hüftoperation vor 10 Jahren gut geholfen.

Medikation:

Der Stationsarzt verordnet Dolantin Tropfen (Pethidin), wie vom Patienten gewünscht.

Patientendokumentation:

Das Alter des Patienten ist in Form des Geburtsdatums dokumentiert. Weiterhin ist als Diagnose eine Prostatahyperplasie als ICD N40 dokumentiert.

OntoDrug® AMTS:

OntoDrug® AMTS prüft jede Verordnung bei älteren Patienten, ob eine potenziell ungeeignete Medikation aufgrund des Alters und eventueller Komorbiditäten vorliegt. Die Prüfung erfolgt auf Basis der Priscus-Liste. In diesem Fall generiert das System für Dolantin Tropfen eine Meldung über eine inadäquate Medikation aufgrund höherem Lebensalter und Komorbidität Prostatahyperplasie. In den Details zu dieser Meldung werden Therapiealternativen sowie Maßnahmen angeboten, falls das ursprüngliche Medikament trotzdem verwendet werden soll.

Verordnung:

Aufgrund der Erkenntnisse aus OntoDrug® AMTS entscheidet sich der Klinikarzt gegen die Gabe von Pethidin. Er nutzt die Angaben zu Therapiealternativen aus der Priscus-Liste und wählt die Verordnung von Metamizol als Injektionsampulle. Bei nicht ausreichender Schmerzentlastung für den Patienten empfiehlt er zusätzlich die Gabe eines Oxycodon-Präparates.

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